Der Naturpark
Der Naturpark Arnsberger Wald ist mit seiner beeindruckenden Fläche von rund 600 Quadratkilometern einer von aktuell 105 Naturparken in Deutschland. Er bildet einen einzigartigen Erholungsraum, der eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands harmonisch mit dem Möhnesee und der Ruhr im Bereich Arnsberg verbindet. Diese Region lädt gleichermaßen zur aktiven Erholung und zum Genuss der Natur ein.
Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Naturpark“ und welche Aufgaben erfüllt er? Naturparke haben eine essenzielle doppelte Funktion: Sie dienen dem Schutz und Erhalt wertvoller Kulturlandschaften mit ihrer einzigartigen Biotop- und Artenvielfalt. Gleichzeitig sind sie bedeutende Gebiete für Erholung und nachhaltigen Tourismus, fördern eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung und tragen maßgeblich zur Bildung für nachhaltige Entwicklung bei. Sie sind somit lebendige Beispiele für das Zusammenspiel von Mensch und Natur.
Die Idee der Naturparke in Deutschland entstand in den 1950er Jahren, als die Bundesländer begannen, großräumige Landschaften als solche auszuweisen, um sie vor zunehmender Bebauung und Intensivierung zu schützen.
Schon früh war der Arnsberger Wald nicht nur ein wichtiges Gebiet für die Forstwirtschaft, sondern auch ein beliebtes Ziel für den aufkeimenden Tourismus. Insbesondere das Ruhrgebiet, Europas größter Ballungsraum, entdeckte das nahe Sauerland als idealen Erholungsraum und Sommerfrische. Die rasante Industrialisierung hatte dort in wenigen Jahrzehnten aus kleinen Orten große Städte gemacht. Schwere Arbeit unter Tage und beengte Wohnverhältnisse weckten bei vielen Menschen die Sehnsucht nach Freizeit und Erholung in der Natur. Die Bewohner des Ruhrgebiets, liebevoll „Ruhrpottler“ genannt, genossen die frische Luft und sonnige Tage am Möhnesee, während die Einheimischen darin eine enorme wirtschaftliche Chance für ihre Region sahen.
Wachsende Ansprüche des Naturschutzes
Diese Entwicklung brachte jedoch auch Herausforderungen mit sich. Es galt, den wachsenden Ansprüchen des Naturschutzes gerecht zu werden und gleichzeitig die vielfältigen Interessen der Land-, Forst-, Wasser- und Jagdwirtschaft zu berücksichtigen. Zudem mussten zahlreiche Akteure – darunter die damaligen Kreise Arnsberg, Soest und Meschede sowie weitere Städte und Gemeinden, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Waldbauernverband, der Sauerländische Gebirgsverein und viele weitere Vereine und Behörden – zu einem langfristig angelegten, gemeinsamen Handeln bewegt werden.
Nach zwei Jahren intensiver Diskussionen und Abstimmungen erfolgte schließlich 1961 der Zusammenschluss der heutigen Landkreise Soest und Hochsauerland zum Zweckverband Naturpark Arnsberger Wald. Damit waren die organisatorischen Voraussetzungen für die öffentliche Anerkennung und das gemeinsame Engagement geschaffen. Seitdem setzt sich der Zweckverband gemeinsam für den Schutz und die Pflege der Landschaft und Natur ein, um eine schonende Bewirtschaftung und nachhaltige touristische Entwicklung im Arnsberger Wald zu gewährleisten. Eine bedeutende Erweiterung erfuhr der Naturpark im Jahr 2020, als fast das gesamte Stadtgebiet von Arnsberg in den Park integriert wurde, was seine Fläche und Bedeutung weiter stärkt.
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