WaldKulTour
Die Wälder Südwestfalens sind Teil einer über viele Jahrhunderte vom Menschen geprägten Kulturlandschaft. Was heute oft nach unberührter Natur aussieht, geht in der Regel auf den Einfluss von Menschen zurück, die den Wald nach ihren jeweiligen Bedürfnissen nutzten und formten.
Das Projekt „WaldKulTour“ ermöglicht einen Einblick in die spannende Waldgeschichte und zeigt Relikte, die noch heute in den Wäldern zu finden sind. Manche von ihnen sind sichtbar, in ihrer früheren Bedeutung aber nicht immer begreifbar. Andere sind erst auf den zweiten Blick erkennbar. Auf insgesamt fünf Touren im Naturpark werden die unterschiedlichen Einflussnahmen des Menschen und ihre jeweiligen Hintergründe erläutert.
Das Projekt ist entstanden aus der REGIONALE 2013 und ist gefördert durch die Förderrichtlinie Naturschutz (FöNa) des Landes NRW.
Themenrouten
Jagdliche Nutzung und deren Einfluss auf die Wälder, Möhnesee
Jahrhundertelang war die Jagd in den Wäldern des Arnsberger Waldes ein Privileg vor allem des Adels und des Klerus. In teilweise über Wochen stattfindenden Jagdveranstaltungen gingen die Herrschaften ihrer Jagdleidenschaft nach, repräsentierten ihre Macht und suchten nach Erholung und Zerstreuung von ihrem Alltag. Das Verlangen nach ungestörter Natur und Erholung bei der Jagd existiert noch heute und hat an vielen Stellen Spuren aus der jüngeren und älteren Vergangenheit hinterlassen.
Start: Wanderparkplatz Torhaus, Möhnesee
Schwierigkeit: mittel
Strecke: 7,6 km
Dauer: 2:00 h
Aufstieg: 74 hm
Abstieg: 74 hm
Preußischer Wald, Rüthen
Als die Preußen 1816 das Herzogtum Westfalen und damit auch den Arnsberger Wald in Besitz nahmen, fanden sie viele Wälder in heruntergewirtschaftetem Zustand vor. Jahrhundertelange Übernutzung und Ausbeutung hatten ihre Spuren hinterlassen. In den folgenden Jahrzehnten startete die neue Regierung ein Aufforstungsprogramm, um die verarmten Waldböden zu verbessern und einer drohenden Holznot entgegenzuwirken. Über 100-jährige Versuchspflanzungen zeugen noch heute von der systematischen Rettung der Wälder.
Start: Wanderparkplatz Bibertal, Rüthen
Schwierigkeit: leicht
Strecke: 3,8 km
Dauer: 1:04 h
Anstieg: 85 hm
Abstieg: 86 hm
Bergbau am Kahlenberg, Warstein
Der Erzreichtum beeinflusste über Jahrhunderte das Erscheinungsbild des Arnsberger Waldes. Tagebau und Bergbau rissen große Löcher in den Wald, Köhler produzierten Unmengen an Holzkohle, um den Energiebedarf der Eisenhütten zu stillen. Städte wurden gegründet und die wachsende Bevölkerung verlangte nach immer mehr Bau- und Feuerholz. Auch, wenn es heute nicht mehr so einfach zu erkennen ist: Der Bergbau hat die Landschaft rund um Warstein in hohem Maße geprägt - vergleichbar höchstens mit dem heute so sichtbaren Einfluss, den der Kalksteinabbau auf die Landschaft hat.
Start: Wanderparkplatz Bilsteinhöhle, Warstein
Schwierigkeit: mittel
Strecke: 7,5 km
Dauer: 2:00 h
Aufstieg: 102 hm
Abstieg: 100 hm
Klosterwirtschaft, Rumbeck
Bereits 1185 wurden die Voraussetzungen für ein Kloster in Rumbeck geschaffen. Das Frauenstift des Prämonstratenserordens schaffte sich im Laufe von über 700 Jahren eine Infrastruktur, die es ermöglichte, mit und von der Natur zu leben. Die Klosterwälder lieferten, neben Brenn- und Bauholz, das Holz für die eigene Sägemühle und die Köhlerei. Eine Glashütte und ein Eisenhammer wurden angesiedelt. Fischteiche mit einer ausgeklügelten Wasserversorgung sicherten die Nahrungsversorgung der Schwestern und die Wasserversorgung der Mühlen.
Start: Kirche St. Nikolaus, Rumbeck
Schwierigkeit: leicht
Strecke: 8,7 km
Dauer: 2:28 h
Aufstieg: 216 hm
Abstieg: 210 hm
Grenzstädte, Eversberg
Städte mitten im Arnsberger Wald zeugen oft von Grenzrivalitäten aus längst vergangener Zeit. Sie wurden gegründet, um den Gebietsanspruch zu untermauern und bei Konflikten ein erstes Bollwerk zu bilden. Dabei wurden diese Städte oft weit ab von bestehenden Siedlungen gegründet und mussten lernen, mit und von der Natur zu leben. Dabei veränderten die Menschen das Gesicht der Wälder so deutlich, dass diese Spuren noch heute deutlich sichtbar sind.
Start: Wanderparkplatz Kohlwedertal
Schwierigkeit: mittel
Strecke: 12,2 km
Dauer: 3:35 h
Aufstieg: 335 hm
Abstieg: 335 hm






